Aufbruch in Schleswig-Holsteins Filmszene
Der Verein Filmkultur SH e.V. stellt sich neu auf und setzt sich die strukturelle Stärkung des Filmlands Schleswig-Holstein zum Ziel
Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte führt ein breit aufgestellter
Vorstand die Geschicke von Filmkultur SH e.V.:
Seit einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 2. Juli 2026
vereint ein siebenköpfiger Vorstand Filmschaffende, Filmproduktion,
Filmfestival und Hochschullehre:
Lukas Eylandt (1. Vorsitzender) – Kameramann, Filmschaffender
Vivien Buchhorn (2. Vorsitzende) – Künstlerische Leitung der
Flensburger Kurzfilmtage, Geschäftsführung Filmkorte e.V.,
Filmhistorikerin
Susanne Schwertfeger (Kassenwartin) – Wissenschaftliche Mitarbeiterin
an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Volker Engel (Beisitzer) – Filmproduzent, Oscar-Preisträger
Independence Day, Best Visual Effects
Gesa Engel (Beisitzerin) – Filmproduzentin, Autorin
Jytte Hill (Beisitzerin) – Filmemacherin, Studiengangsleitung Film &
Media Arts Hochschule Flensburg
Linus Liyas (Beisitzer) – Regisseur, Autor

v.l.n.r.: Gesa Engel, Lukas Eylandt, Susanne Schwertfeger, Linus Liyas, Jytte Hill, Volker Engel und Vivien Buchhorn
In ihrer interdisziplinären Aufstellung eint den Vorstand die
Verbundenheit mit dem Land, dessen Filmkultur und Wirtschaft sie
gemeinsam voranbringen wollen. Ihre Ziele liegen im Strukturaufbau, in
der Vernetzung, Nachwuchsförderung, Filmvermittlung und darin, mehr
Sichtbarkeit für die Filmkultur im Land zu generieren.
Die Voraussetzungen sind da – die Strukturen noch nicht
Schleswig-Holstein hat alles, was einen Filmstandort ausmacht –
schöpft dies aber bislang nicht aus: Als Flächenland zwischen zwei
Meeren bietet das Land Locations an Nordseeküste, Ostseeförden, Heide
und Grenzland auf engstem Raum, dazu lebendige kleine und mittlere
Städte und die Nähe zu Dänemark, die grenzüberschreitende
Kooperationen eröffnet. In drei Hochschulen wachsen eigene
Nachwuchstalente heran. Eine breite Festivallandschaft vertritt und
präsentiert die Szene das ganze Jahr über, und mit der MOIN
Filmförderung verfügt das Land über eine anerkannte
Förderinstitution.
Was bislang fehlt, ist die Bündelung dieser Stärken: eine
durchgängige und zukunftsfähige Infrastruktur, eine Anlaufstelle, die
Filmschaffende, Festivals und Produktionsfirmen zusammenbringt, und eine
eigene Identität, die Schleswig-Holstein als Filmstandort erkennbar
macht. Ausgebildeter Nachwuchs verlässt das Land wieder, weil
tragfähige Strukturen fehlen. Genau hier will der neue Vorstand
ansetzen: Langfristig sollen im nördlichsten Bundesland Formate und
Geschichten entwickelt werden, die zum Potenzial des Landes passen. Und
Impulsgeber für eine starke deutsche Filmbranche sein können.
„Krise ist auch immer ein Treiber für Innovation - Wir wollen nichts
versprechen, was ein Flächenland wie Schleswig-Holstein nicht halten
kann. Deshalb gehen wir Schritt für Schritt vor: Beim Sommerfest der
Filmbranche SH haben wir gehört, wo die Potenziale und wo die
Herausforderungen des Landes liegen. Im November erarbeiten wir
gemeinsam mit allen Akteur:innen eine Vision – und leiten daraus dann
konkrete Handlungen und Formate ab, die wirklich zu unserem Standort im
Norden passen.“
— Lukas Eylandt, 1. Vorsitzender von Filmkultur Schleswig-Holstein
e.V.
Der Verband erkennt ein Momentum: National und international erfahrene
Filmschaffende sind in den vergangenen Jahren nach Schleswig-Holstein
gezogen, an der Hochschule Flensburg ist mit „Film & Media Arts“ ein
neuer Studiengang gestartet, und mit Kinofilmproduktionen wie
„Amrum“ sowie der ZDF-Reihe „Dr. Nice“ sind zuletzt
bemerkenswerte Produktionen im Land entstanden. Diese Entwicklung will
der neue Vorstand aufgreifen – mit Blick auf das, was in einem
Flächenland wie Schleswig-Holstein tatsächlich umsetzbar ist. Hinzu
kommt die enorm hohe Lebensqualität, mit der das Land den Vorteilen von
Ballungszentren etwas entgegensetzen kann.
Filmland SH – Chancen und Herausforderungen
Öffentlicher Auftakt der Neuaufstellung war das Sommerfest der
Filmbranche SH am 3. September im Strandsalon Lübeck, das Filmkultur SH
e.V. gemeinsam mit der MOIN Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein
ausrichtete. Nach der Vorstellung des neuen Vorstands ging es um eine
ehrliche Bestandsaufnahme: Unter dem Titel „Filmland SH – Chancen
und Herausforderungen“ diskutierten Ole Kampovski (Leitung Spielfilm,
NDR), Hanna Reifgerst (Künstlerische Leitung Nordische Filmtage
Lübeck), Helge Albers (Geschäftsführer MOIN Filmförderung) und Anne
Döring (Autorin und Filmemacherin), wo der Filmstandort
Schleswig-Holstein tatsächlich steht – mit seinen Stärken ebenso wie
mit seinen strukturellen Lücken. Moderiert wurde das Gespräch von
Vivien Buchhorn, 2. Vorsitzende von Filmkultur SH e.V.

v.l.n.r.:
Lukas Eylandt (1. Vorsitz Filmkultur SH), Vivien Buchhorn (2. Vorsitz
Filmkultur SH), Anne Döring (Autorin, Filmemacherin), Nicola Jones (SH
Standortleitung MOIN Filmförderung), Hanna Reifgerst (Künstlerische
Leitung Nordische Filmtage Lübeck), Helge Albers (Geschäftsführung
MOIN Filmförderung) und Ole Kampovski (Leitung Spielfilm NDR)
CineConnect.SH im November in Flensburg
Das Sommerfest bot den Auftakt zu einem größeren Vorhaben: Am 17.
November 2026 lädt Filmkultur SH Akteur:innen der
schleswig-holsteinischen Filmbranche sowie überregional Interessierte
dazu ein, gemeinsam in Roundtables die Grundlage für ein
Strategiepapier zur Zukunft des Filmstandorts zu entwickeln.
Erstmals kommen alle Akteur:innen der schleswig-holsteinischen
Filmbranche an einen Tisch: Filmschaffende, Auswertungskanäle wie
Festivals und Sender, Akteur:innen aus der Filmvermittlung, Hochschulen,
Förderung, Dienstleister:innen, Produzent:innen und weitere wichtige
Personen der Filmbranche in SH. Aus dem, was bei der CineConnect
erarbeitet wird, soll eine gemeinsame Vision entstehen, wie der
Filmstandort Schleswig-Holstein realistisch, wirtschaftlich und
zukunftsfähig aufgebaut werden kann und muss – als eigenständiger
Boutique-Standort Filmland SH.
CineConnect.SH wird unterstützt durch Fördermittel des Ministeriums
für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und
Kultur des Landes Schleswig-Holstein, aus dem Programm „Fördermittel
für Transformationen in der Kulturszene“ ist ein Programm, mit dem
das Kulturministerium Kultureinrichtungen und Kulturakteur:innen
Schleswig-Holstein unterstützt, die nachhaltige Veränderungsprozesse
angehen.
Pressekontakt
Lukas Eylandt, 1. Vorsitzender
Filmkultur Schleswig-Holstein e.V.
E-Mail: presse@filmkultur.sh
Mobil: 0176 32288229
Fragen zu CineConnect.SH
E-Mail: cineconnect@filmkultur.sh
Kommentare